Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/24 - 15.06.2024

Schneller - höher - billiger: Wohnungspolitik braucht höchste Priorität in Köln

Bundesweiter Aktionstag – Bündnis fordert sechsjährigen Mietenstopp

Heute finden in vielen Städten Aktionen für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp statt. In Köln positionieren sich Mieterverein und DGB angesichts des Aktionstages deutlich.  

Witich Roßmann, Vorsitzender des DGB Köln, erklärt: „In Köln steht kaum noch bezahlbarer Wohnraum für junge Familien, Auszubildende, Studierende und Senioren zur Verfügung.  Die Einkommensentwicklung kann mit den steigenden Mieten nicht mithalten. Und die Energiepreissteigerungen und Inflation der letzten Jahre haben die Situation für viele Mieterinnen und Mieter zusätzlich verschärft. Immer mehr Menschen müssen deutlich mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnungskosten aufbringen.
In Köln sind die Mieten in den letzten acht Jahren um 41,7 Prozent gestiegen. Kostete ein Quadratmeter 2016 noch 10 Euro, mussten Anfang 2024 bereits über 14 Euro gezahlt werden. Die Bundesregierung hat noch etwas mehr als ein Jahr Zeit, den Mieterinnen und Mietern mit einem sechsjährigen Mietenstopp eine Atempause zu verschaffen.“

Franz Corneth, Vorsitzender des Kölner Mietervereins, ergänzt: „In der Zwischenzeit müssen neue, bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Dazu brauchen wir mehr öffentlichen und sozialen Wohnungsbau, die Einführung einer neuen Wohngemeinnützigkeit und eine Verlängerung der Mietpreisbremse. Außerdem müssen die Kommunen Investoren bei Neubauprojekten stärker auf das Gemeinwohl verpflichten. Bund, Länder und Kommunen müssen zudem wieder stärker ihre Verantwortung als Anbieter von preiswertem, öffentlichem Wohnraum annehmen.“

Mieterverein und DGB benennen für Köln drei zentrale Forderungen:

1. Köln muss höher bauen.
In Köln ist Bauland begrenzt. Deswegen muss Köln in die Höhe bauen.
Hans Jörg Depel, Geschäftsführer des Mietervereins Köln, erklärt an einem Beispiel: „Im Kölner Uni-Center leben in 986 Wohnungen 2000 Menschen auf 44.868 Quadratmetern. Das sind mehr Menschen als in einigen Kölner Stadtteilen, wie z.B. Porz-Elsdorf oder Porz-Libur. Der Bau in die Höhe schafft viel Lebensraum!“

2. Köln muss schneller bauen.
Judith Gövert, Geschäftsführerin des DGB Köln-Bonn, führt aus: „Die Bauverfahren müssen durch Digitalisierung und verwaltungsseitige Vereinfachung beschleunigt werden. Die digitale Bauakte muss sofort kommen, andere Kommunen machen es Köln vor. Darüber hinaus müssen die geplanten Bauprojekte schneller umgesetzt werden. Dafür ist eine sofortige Höher Priorisierung durch die Politik wichtig.“

3. Köln braucht bezahlbaren Wohnraum.
Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Köln bei den Wohnungen mit Sozialbindungen, denn: ab 2025 gibt es davon nur noch 3,6 Prozent. Kleinverdienende geben jetzt schon 40-50 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus, das betrifft ganz besonders alleinerziehende Frauen, aber auch Beschäftigte in systemrelevanten Berufen.
Witich Roßmann erläutert: „Da muss die Stadt dringend ihre Hausaufgaben erledigen, sonst steuern wir in eine sozialpolitische Katastrophe. Wohnen gehört zur Daseinsvorsorge!“

Die genannten Zahlen stammen aus der empirica Preisdatenbank auf Basis der VALUE Marktdaten. Sie entsprechen den sogenannten Angebotsmieten (Median), also jenen Preisen, zu denen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden. Diese Werte bilden die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt besser und zeitnaher ab als die sogenannten Bestandsmieten.

Weitere Informationen zur Kampagne Mietenstopp unter www.mietenstopp.de 

Ansprechpartner/innen:
DGB Köln-Bonn: Judith Gövert, Tel: 0171-8658353
Mieterverein Köln:  Hans Jörg Depel, Tel: 01520-6371652

DGB-Geschäftsstelle Köln: 0221-500032-0, koeln@DGB.de 
Mieterverein Köln: 0221-20237-0, presse@mieterverein-koeln.de 


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