Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 052/15 - 24.06.2015
DGB-Jugend Köln gibt Tipps worauf Schülerinnen und Schüler achten sollten

Ferienjob: Gewusst wie!

In Nordrhein-Westfalen stehen die Sommerferien vor der Tür. Für viele Schülerinnen und Schüler beginnt die Zeit der Ferienjobs, um das Taschengeld aufzubessern. Nebenbei geben Ferienjobs auch Einblicke ins Arbeitsleben – das kann nützlich sein für die spätere Berufswahl. Aber es gelten Regeln. „Es gibt ein vielfältiges Angebot, aber Jugendliche dürfen nicht jede Tätigkeit ausüben. Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen", sagt Judith Gövert, Jugendbildungsreferentin in der DGB-Region Köln-Bonn. 

Das Jugendarbeitsschutzgesetz verbietet Kindern bis einschließlich zum 14. Lebensjahr zu arbeiten. Es gibt aber Ausnahmen: Mit Zustimmung der Eltern dürfen Kinder über 13 Jahren bis zu zwei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Im landwirtschaftlichen Bereich sind drei Stunden täglich innerhalb dieses Zeitraums erlaubt. Voraussetzung ist, dass es sich um leichte Tätigkeiten handelt - das können zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitungen austragen oder Botengänge sein. 

Für Jugendliche, also 15- bis 17-Jährige, gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen. "Aber auch hier sind Regeln zu beachten," so Gövert: "Da Jugendliche schulpflichtig sind, dürfen sie nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. Denn ganz klar gilt: Schulferien dienen in erster Linie der Erholung." 

Wichtig: Für Jugendliche ist schwere körperliche oder gefährliche Arbeit nicht erlaubt. Dazu zählen das Tragen von schweren Gegenständen, das Hantieren mit Chemikalien oder Akkordarbeit. Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, wenn der Schüler oder die Schülerin bereits 16 Jahre alt ist. Sie dürfen im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten. Wochenendarbeit ist ebenfalls tabu - außer zum Beispiel bei Sportveranstaltungen. 

Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt auch die Ruhepausen von unter-18-Jährigen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden am Tag müssen die Jugendlichen mindestens eine Pause von 30 Minuten bekommen, bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten. Die Arbeitgeber sind nicht nur verpflichtet, das Jugendarbeitsschutzgesetz einzuhalten. Sie müssen Jugendliche für den Ferienjob auch über den Betrieb unfallversichern. Der Versicherungsschutz beginnt am ersten Arbeitstag. Er gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. 

Mit dem neuen Mindestlohngesetz haben Ferienjobber_innen, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,50 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 52 Stunden im Monat gearbeitet werden. Für unter 18-Jährige gilt das Mindestlohngesetz nicht. 

Bei der Auswahl der Jobs empfiehlt Judith Gövert, den Lohn im Blick zu behalten: "Auch Ferienjobs sind Jobs, die fair entlohnt werden sollten. Da ist es wichtig zu wissen, dass Beiträge zur Sozialversicherung nicht anfallen. Wenn der Lohn allerdings über 896 Euro pro Monat liegt, werden Steuern fällig. Die werden allerdings normalerweise im nächsten Jahr wieder erstattet. Es wird eine Bescheinigung zur Lohnsteuer benötigt. Ratsam ist es, beim zuständigen Finanzamt nachzufragen." Auf jeden Fall sollten die Schülerinnen und Schüler darauf achten, zu Beginn ihres Ferienjobs einen schriftlichen Vertrag zu bekommen, in dem die Aufgaben, Arbeitszeiten und der Lohn klar beschrieben sind. 

Und wenn Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze halten? Dann sollten Schüler_innen zusammen mit ihren Eltern etwas dagegen tun. "Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze darf man nicht hinnehmen. Das ist dann ein Fall für die Aufsichtsbehörden", rät Gövert. In der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz. 

 

Andreas Kossiski, Regionsgeschäftsführer, DGB Region Köln-Bonn
Ansprechpartnerin: Karin Bernhardt, DGB Köln-Bonn, Hans-Böckler-Platz 1, 50672 Köln, 0221/ 500032-0, Karin.Bernhardt@dgb.de


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