Deutscher Gewerkschaftsbund

PM GEW und andere - 26.02.2021

Eltern, Lehrkräfte und Erzieher*innen fordern Luftfilter für alle Kölner Schulen und Kitas

Gemeinsame Pressemitteilung der Elterninitiative „AG Luftfilter“, der Stadtschulpflegschaft Köln, und der GEW Köln vom 26.02.2021

Die Elterninitiative „AG Luftfilter“ und die Stadtschulpflegschaft Köln fordern in ihrer Petition: „Die Stadt Köln soll unverzüglich alle Schul- und KiTa-Räume mit mobilen Luftfiltern ausstatten.“ (http://openpetition.org/!luftfilterkoeln) Die Petition stieß bei den Kölner Bürger*innen auf große Resonanz und erreichte in weniger als drei Tagen mehr als 5.000 Stimmen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Köln schließt sich den Forderungen an.

Bereits seit fast einem Jahr stehen wir alle vor der großen Herausforderung, Bildung und Erziehung unter Beachtung des Gesundheitsschutzes aller Beteiligten zu gewährleisten. Jedoch ist seitdem viel zu wenig passiert, um dies pandemiesicher zu ermöglichen. Nach dem zweiten Lockdown stehen nun Öffnungen in Schulen und Kitas bevor und haben teilweise bereits stattgefunden. Alle wünschen sich, dass es gutgeht — aber Wünschen alleine hat noch nie gereicht: Man muss schon etwas tun! Trotzdem will die Politik die Schulen mit dem Schmalspurprogramm „Masken und Fenster auf!“ öffnen. Sie spielt mit der Gesundheit und dem Leben der Kinder, Lehrenden, Erzieher*innen sowie ihrer Familien und Kontaktpersonen im häuslichen Umfeld. Wer Schulen und Kitas öffnen möchte, muss zuvor die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dies unter Beachtung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes aller Beteiligten zu tun!

Ob in halber oder ganzer Stärke: Wenn 15 bis 30 Kinder oder Jugendliche über Stunden auf engstem Raum zusammen sind, ist die Infektionsgefahr über Aerosole immens. Einfache
Masken und Lüften bieten keinen hinreichenden Schutz. Luftfilter der Qualitätsstufen HEPA13/14 geben deutlich mehr Sicherheit: Sie reduzieren die Virenlast schnell und zuverlässig so weit, dass Ansteckungen nicht unmöglich, aber doch sehr unwahrscheinlich werden.

Die Kölner Politik und Verwaltung bezweifeln den Nutzen von Luftfiltern — entgegen aller wissenschaftlichen Studien. Die Stadt hat zwar über den Fördertopf des Landes einige Geräte für schlecht zu belüftende Räume bestellt, will darüber hinaus aber nichts unternehmen. Mehr noch, Elterninitiativen und Fördervereine, die Luftfilter zur Verfügung stellen wollen, werden mit fadenscheinigen Begründungen abgewiesen und die Schenkungen abgelehnt.

Zwar „erlaubt“ die Stadt Luftfilter in ihrer Presserklärung vom 22. Februar, verbietet sie aber zugleich de facto durch die Ablehnung der Übernahme von Betrieb und Haftung. Eine
„Erlaubnis“ als Nebelkerze, mit der die Stadt auch suggeriert, dass sich diese Petition erübrigt hat. Tatsächlich behindert die Stadt damit nicht nur weiterhin die Bekämpfung der Pandemie sondern entzieht sich auch noch jeder sozialen Verantwortung, indem gut begüterten Elternschaften die Anschaffung vorbehalten bleibt. Dabei wäre es Aufgabe der Stadt Köln, als Trägerin Verantwortung für den Gesundheitsschutz aller Betroffenen zu gewährleisten!

Während die Politik Luftfilter für Schulen und Kitas verhindert, schützt sie sich selbst mit ihnen: Der nordrheinwestfälische Landtag gönnte sich 41 Geräte, und auch die Verantwortlichen der Stadt Köln verschmähen Luftfilter zum Eigenschutz nicht, wie der KStA berichtete. Wir alle sind es gewohnt, dass die Rhetorik und die Taten der Politik weit auseinanderfallen — aber jetzt geht es um Leben und Tod. Schulen und Kitas sind die idealen Systeme, um das Virus effektiv und schnell in alle Kapillare der Gesellschaft zu transportieren. Es ist ein Skandal erster Güte, dass die selben Politiker*innen und Verantwortlichen, die Luftfilter schlechtreden und an Schulen verhindern, sich selbst damit versorgen!

Unsere Initiative fordert — im Sinne aller Kölner*innen — pandemiesichere Perspektiven für eine dauerhafte Öffnung von Kitas und Schulen. Angesichts der leichter übertragbaren Mutanten werden die aktuellen „Hygienekonzepte“ scheitern. Anja Karliczek forderte von den Schulen, „alle zur Verfügung stehenden Mittel zur Prävention einer Virenübertragung (zu) ergreifen.“ Wir nehmen die Bundesbildungsministerin beim Wort und fordern von der Stadt Köln, sofort damit zu beginnen, alle Schul- und Kitaräume mit Luftfiltern auszustatten.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtverband Köln


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