Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2016

Grußwort zur Kundgebung des Betriebsrates der BZD am 05.03.2016

Es gilt das gesprochene Wort

 

Glückauf liebe Kolleginnen und Kollegen,

mein Name ist Bernd Weede, ich bin der neue Kreisverbandsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bonn und dem Rhein-Sieg Kreis.

Ich bin heute hier, um Euch die solidarischen Grüße des DGB und seiner Einzelgewerkschaften zu überbringen.

Für Euch geht es im Moment um alles!

Bei Eurem Kampf um den Erhalt Eurer Arbeitsplätze und Eurer Zukunft stehen wir solidarisch hinter Euch.

Es ist ungeheuerlich, was da vor unseren Augen passiert.

Ausgerechnet ein Informationsverbreiter enthält seinen eigenen Mitarbeiter/-innen die Informationen vor, die sie zu einer fairen Auseinandersetzung und Beratung brauchen.

Kann man sich auf der einen Seite die Worte „frei“ und „unabhängig“ jeden Tag auf den Zeitungskopf drucken lassen, um sich dann vor den Menschen, die das drucken hinter dem Schutzschild des Tendenzbetriebes zu verstecken?

Offensichtlich kann man, obwohl es den Tendenzbetrieben ja nicht verboten ist offen, fair und auf Augenhöhe zu verhandeln. Aber, wenn man feige genug ist, kann man so handeln.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich sage Euch eines, wer so agiert, wer sich so der offenen Auseinandersetzung entzieht, der hat in der Regel etwas zu verbergen.

Was das ist, darüber kann ich nur spekulieren. In den meisten Fällen ist es Missmanagement oder Konzeptionslosigkeit oder beides.

Wir Gewerkschaften erleben das immer wieder: Da wird eine Sau durchs Dorf getrieben. Meist von Herren im schwarzen Anzug, die sich Consultants- oder Unternehmensberater nennen. Diese ziehen dann phantasielose Patentrezepte aus dem Ärmel. Im Moment beliebt, „Back to the roots“ oder „Besinnung aufs Kerngeschäft“. Dann wird fremdvergeben und outgesourced was das Zeug hält. So spart man Personalkosten. (Von den neu entstehenden Sachkosten spricht man einfach nicht.)

Leittragende sind dann die Kolleginnen und Kollegen, die nach vielen Jahren der Betriebstreue vor die Tür gesetzt werden.

Da es sich bei diesen Patentrezepten um Dogmen handelt, werden sie auch nicht hinterfragt, nicht nach sozialen Alternativen gesucht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diesem Ungeist scheint auch Euer Arbeitgeber aufgesessen zu sein. Dabei sagt mir mein beschränktes Verständnis des 1X1, dass da was nicht stimmen kann. Wie kann es billiger sein, jemand anderen mit der eigenen Arbeit zu beauftragen, der daran selbst noch verdienen will?

Das ist vielleicht der Unterschied zwischen Rechnen und Finanzmathematik. Das kann nur funktionieren, wenn der andere entweder besser wirtschaftet oder die Arbeitnehmer/-innen mit Dumpinglöhnen abspeist.

Kolleginnen und Kollegen,

machen wir uns nichts vor, das Brett, das hier zu bohren ist, ist sehr dick und sitzt direkt vor dem Kopf der Unternehmensleitung. Die will nämlich gar nicht fair auf Augenhöhe verhandeln. Die will gar keine adäquate, sozialverträgliche Lösung finden. Die will einfach recht haben, durchziehen und ihr Credo durchsetzen.

Ansonsten wäre es ja ein leichtes, den Kolleginnen und Kollegen von dem Betriebsrat und Ver.di anhand von Zahlen und Fakten die Alternativlosigkeit des Vorgehens zu erläutern.

Was wir hier tatsächlich sehen ist ein Musterbeispiel asozialen Marktwirtschaftens. Zuerst werden die Belegschaften gespalten, in Stammbelegschaft und prekär Beschäftigte, dann werden die Mitarbeiter/-innen am unternehmerischen Misserfolg beteiligt und dann werden sie vor die Tür gesetzt. Kolleginnen und Kollegen das geht gar nicht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Einzelgewerkschaften stehen in dieser schweren Auseinandersetzung hinter Euch. Wir wünschen Euch für Euren Kampf ein gutes Gelingen und die nötige Durchhaltekraft.

Glückauf


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