Deutscher Gewerkschaftsbund

24.07.2010
DGB Jugend Köln

Jobben während des Studiums wird zur Regel

Blitzumfrage der DGB-Jugend

von Campus Office Team

Das Campus Office in der Fachhochschule Köln-Deutz hat in einer Blitzumfrage an einem Tag im Juni 2010 die Studierenden der Fachhochschule zu ihrer Beschäftigungssituation sowie deren Auswirkung auf die Studienfinanzierung befragt.

Die FH Köln ist mit rund 15.000 Studenten die größte Fachhochschule Deutschlands und mit 44 % bilden die Studierenden der Ingenieurwissenschaften den größten Anteil. Die vielen technischen Studienfächer sind der Grund, dass man überwiegend männliche Studenten (84% der Befragten) antrifft. Insgesamt konnten 204 Antworten in die Bewertung einbezogen werden.

Ziel der Befragung war es, Aussagen über die Studienfinanzierung und speziell der Studiengebühren treffen zu können sowie die Qualität und das Niveau der studentischen Beschäftigung ins Auge zu fassen.

Die Blitzumfrage des Campus Office der Fachhochschule Köln-Deutz kann nur ein erstes Bild der Beschäftigungssituation der Studierenden an der Fachhochschule ergeben. Dieses Grobraster erhebt nicht den Anspruch repräsentativ zu sein. Dennoch kann gesagt werden, dass die studentische Beschäftigung an der FH eine wichtige Rolle spielt. Sie dient in der Regel zur Unterstützung des Lebensunterhalts, insbesondere der Finanzierung des Studiums. Die Arbeit der Studierenden kann oft als prekär eingestuft werden. So ist der Verdienst niedrig und nicht sozial abgesichert. Daneben kommen die Eltern in hohem Maße für die Finanzierung des Studiums und speziell der Studiengebühren auf.

Gefragt wurde zunächst welchen Stellenwert eine Beschäftigung neben dem Studium einnimmt. Deutlich wird, dass mehr als zwei Drittel (68% der Befragten) der Studierenden arbeiten gehen. Zur Frage wie die Studis ihr Studium finanzieren, kann man klar sagen, dass eine Einahmensquelle nicht ausreicht. Eine Mischfinanzierung aus Elternuntersützung, Förderung nach dem BAföG und der eigene Verdienst der Studierenden dienen als verfügbares Budget. Dies zeigt zeigt, dass Mehrfachnennungen möglich waren und hiervon häufig Gebrauch gemacht wurde. Studienkredite spielen bei der Finanzierung des Studiums eine untergeordnete Rolle. Die Arbeit steht dabei an erster Stelle.

Seit 2007 wird zu dem Semesterbeitrag, Studiengebühren i.H.v. 1000 Euro im Jahr erhoben. In der Blitzumfrage haben wir als weiteres nach der Finanzierung der Studiengebühren gefragt. Im Unterschied zur Studienfinanzierung fällt auf, dass von der möglichen Mehrfachnennung im Rahmen der Gebührenfinanzierung kaum Gebrauch gemacht wurde. Daraus lässt sich schließen, dass die Studiengebühren häufig aus nur einer Finanzierungsquelle stammen. Ergebnis der Befragung ist, dass die wichtigste Finanzierungsquelle die Unterstützung der Eltern ist (50 % der Befragten). Dies hat weit tragende Konsequenzen für diejenigen, deren Elternhaus nicht in der Lage ist, die Studiengebühren aufzubringen. 24% der Befragten geben an, einen Kredit aufgenommen zu haben, um die Studiengebühren zu bezahlen.

Rund 35% der Befragten finanzieren ihre Studiengebühren durch Arbeit. Hierbei ist festzuhalten, dass eine Tätigkeit neben dem Studium heute weit aus schwerer zu bewerkstelligen ist, da die Studiengänge sehr verdichtet und die Anforderungen an die Studenten gestiegen sind. 

Bei der Auswertung der Beschäftigungsarten fällt auf, dass Minijobs den überwiegenden Anteil ausmachen (47%), danach folgen die freie Mitarbeit (ca. 22%) und die Studentischen Hilfskräfte (SHK, ca. 17%). Der hohe Anteil der Minijobber zeigt, dass viele Studierende lediglich im Niedriglohnbereich beschäftigt werden. Insofern fallen lediglich für den Arbeitgeber sozialversicherungspflichtige Pauschalbeiträge an, für die Studierenden bleibt nur die freiwillige Rentenversicherung. Inwieweit diese genutzt wird, kann nicht gesagt werden. Klar ist hierbei, dass sich die Minijobverhältnisse mit einem BaföG.-Bezug gut vereinbaren lässt. Jedoch darf hierbei nicht der Fehler gemacht werden, Minijobverhältnisse gegenüber einem Arbeitsvertragsverhältnis auszuspielen. Ein reguläres Arbeitsvertragsverhältnis welches Abgaben in das Sozialversicherungssystem einbringt bietet den Vorteil der sozialen Absicherung.

Soweit Studierende als freie Mitarbeiter tätig werden, entfallen für den Arbeitgeber mithin auch die Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung. Für die Studierenden fallen grundsätzlich keine Beiträge an. Eine Ausnahme kann gegeben sein, wenn der Verdienst die 400€-Grenze überschreitet, eine längerfristige Beschäftigung vorliegt und diese regelmäßig für nur einen Auftraggeber geleistet wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Beschäftigung der Studierenden häufig prekär ist und ohne soziale Absicherung auskommen muss. Kennzeichnend hierfür ist einerseits, dass 74% der Befragten in erster Linie arbeiten gehen, um den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können. Zudem geben 45% an, sich mehr leisten zu wollen. Für lediglich 27% steht die praktische Erfahrung im Vordergrund. Ein weiteres Indiz für die prekäre Situation ist der Verdienst. Dieser beträgt häufig nur maximal 400 €, nur jeder Dritte verdient mehr, wobei 27% der Befragten bis 800 € hinzuverdienen.

Die Blitzumfrage:

 
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