Deutscher Gewerkschaftsbund

04.07.2019

Manchmal müssen Streiks wehtun

Solidaritätserklärung von J. Mährle (Geschäftsführer DGB Köln-Bonn) beim Warntreik WDR und zentraler Beitragsservice

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

„Gute Arbeit“, gute Arbeitsbedingungen und gute Löhne sind keine Geschenke. Sie müssen hart erkämpft werden … bei jeder Tarifrunde, in fast jeder Branche, von Flensburg bis Garmisch Partenkirchen.

Die lange Geschichte der Tarifauseinandersetzungen zeigt:

Nur dort, wo Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusammen stehen und gemeinsam für ihre Interessen kämpfen, gibt es gute Tarifverträge.

Nur dort, wo Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Ausdauer und Streikbereitschaft ihre Forderungen vertreten, sind Erfolge möglich.

Reden wir Klartext:

Das Angebot des WDR ist kein Angebot sondern eine Zumutung und zeigt deutlich, dass der Sender die politisch geforderten Einsparungen auf dem Rücken der Beschäftigten durchführen will. Er setzt damit eine Personalpolitik fort, die sich schon seit Jahren durch Einsparungen bei den Beschäftigten „auszeichnet“. Ich nenne hier nur das Stichwort „Freie Mitarbeitende“. Der Anteil des Programms, der von freien Mitarbeitenden erstellt wird, steigt ständig.

Und für „Freie“ gilt das gleiche, was für Angestellt gilt: Nur gemeinsam lassen sich Erfolge erkämpfen.

Deswegen ist es wichtig und richtig, dass Angestellte und „Freie“ gemeinsam ihre Forderungen vertreten.

Deswegen ist es auch wichtig, dass sich „Freie“ immer stärker vernetzen und zusammenschließen … und in Gewerkschaften eine interessenpolitische Heimat finden.

Wichtig finde ich aber auch, dass die Tarifkommission eine Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder fordert: Es sind Gewerkschaftsmitglieder, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, von denen dann alle profitieren. Es sind Gewerkschaftsmitglieder, die solidarisch zusammenstehen und dem Druck der Arbeitgeberseite standhalten.

Und zum Abschluss noch eine Vision:

Holt das alte Testbild aus dem Archiv -  die Älteren werden sich noch daran erinnern. Schreibt darüber den Satz „Dieser Sender wird bestreikt“ und stellt den normalen Programmablauf ein. Und lasst im Radio in einer Dauerschleife das alte Bundeslied von 1864 laufen: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“

Denn: Manchmal müssen Streiks wehtun.


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