Deutscher Gewerkschaftsbund

11.08.2020

Grußwort von Nicole Witek auf der Landeskonferenz der Juso Schüler*innen und Auszubildenden Gruppe NRW

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Liebe Kolleg*innen,

mein Name ist Nicole Monika Witek und ich spreche heute zu euch im Namen des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Ich freue mich sehr, heute für euch ein Grußwort halten zu dürfen.

Wir sind alles Menschen die Wert darauf legen, in einer solidarischen und fairen Gesellschaft zu leben. Hauptsächlich setzen wir uns unter anderem für die Rechte aller Arbeitnehmer*innen und Auszubildenden ein. Würden wir das nicht tun, würde unsere Arbeitswelt hier in Deutschland anders aussehen.

Der Start einer Ausbildung bedeutet für die meisten, dass ein komplett neuer Lebensabschnitt beginnt. Ein neues Umfeld, neue Aufgaben, neue Anforderungen, neue Menschen und eine Menge Verantwortung. Es kann eine enorme Unsicherheit auslösen, wenn alles Neu ist.

Einerseits kann das zu Angst oder Überforderung führen. Andererseits kann Unsicherheit eine neue Energie abrufen, die eine neue Seite an sich entdecken lässt. Diese Erfahrungen müssen besonders junge Auszubildende selbst erleben.

Das können wir nicht von ihren Schultern nehmen. Aber wir setzen uns dort ein, wo diese Unsicherheit ausgenutzt wird um Rechte zu untergraben, wodurch eine gute Ausbildung nicht mehr möglich ist.

Dazu ein kleines Beispiel: Mit unserem Einsatz haben wir erreicht, das letztes Jahr, das Berufsbildungsgesetz, dass den Rahmen einer Ausbildung regelt, von der Bundesregierung nachgebessert wurde. Zu den von uns geforderten Änderungen gehört unter anderem die Mindestausbildungsvergütung. Rund 115.000 Auszubildende verdienten unter 500 Euro. Nun steigt ihre Vergütung schrittweise bis 2023 auf 620 Euro im ersten und 868 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Im neuen Berufsbildungsgesetz wird zudem ausdrücklich klargestellt, dass Fachliteratur unter die Lernmittelfreiheit fällt und vom Betrieb bezahlt werden muss.

Hieran sieht man deutlich, wie wichtig es ist Zusammenzuarbeiten und dran zu bleiben, um Erfolge zu erzielen. Ich meine nicht nur die Zusammenarbeit im DGB intern, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen.

Besonders dieses Jahr stellt die Corona-Pandemie eine Herausforderung dar. Die Pandemie hat vieles in unserem Leben durcheinander gebracht und verändert. Auch in der Arbeitswelt. Viele Arbeitnehmer*innen und Auszubildende haben ihre Stelle verloren, wurden in Kurzarbeit geschickt oder hatten plötzlich Aufgaben zu bewältigen, die in ihrer Tragweite, niemand absehen konnte.

Auch die Arbeitgeber stecken plötzlich in einer Situation, die schwer zu bewältigen war und immer noch ist.

Genau deswegen ist es jetzt umso wichtiger, noch stärker auf die Auszubildenden zu achten, damit es nicht zu einer Generation „CoronaAzubi“ kommt. Es ist wichtig, dass trotz Corona eine angemessene Ausbildung stattfindet und Azubis nicht als Füllung benutzt werden, um die Löcher zu füllen, die diese Pandemie verursacht hat.

Die Bundesregierung hat dahingehend schnell reagiert und Maßnahmen erarbeitet, um Ausbildungsplätze zu schützen. In denen finden sich viele Vorschläge der Gewerkschaftsjugend wieder.

Zum Beispiel, das Unternehmen Prämien erhalten, wenn sie Auszubildende aus Corona bedingten insolventen Firmen übernehmen und das kleinere bis mittlere Betriebe, die starke Umsatzeinbrüche aufweisen, mit Ausbildungsprämien gefördert werden, um ihre Lehrlinge halten zu können.

Das Prinzip lautet: Ausbildung statt Kurzarbeit.

Auch hier wird nochmal deutlich, dass aktive Handlungen und Wille zu Veränderungen führen. Egal in welchem Bereich unseres Lebens und auch in Krisenzeiten. Die Jugend kann die Maßnahmen der Bundesregierung und anderen Gremien mitgestalten.

Seid euch bewusst, dass wir viel wert sind. Wir sind nicht nur eine „machtlose Jugend“, die keine Rechte besitzt. Wir haben ein Recht auf Mitgestaltung unseres Lebens, unserer Umwelt und somit unserer Zukunft. Wir alle setzten uns dafür ein, dass es gerecht und bunt zu geht. Solidarich werden wir noch viel mehr erreichen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich danke euch im Namen der Gewerkschaftsjugend und wünsche euch eine spannende Konferenz.


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