Deutscher Gewerkschaftsbund

31.07.2018
Hiroshima-Nagasaki-Gedenktag / Kundgebung in Köln am 07.08.2018

„Aus der Geschichte immer noch nichts gelernt!“

Grußwort von Jörg Mährle, Geschäftsführer DGB-Region Köln-Bonn

Eigentlich ist es unfassbar – liebe Kolleginnen und Kollegen! Unfassbar, dass die Menschheit nach zwei Weltkriegen – aber auch nach ihrer insgesamt eher kriegerischen Geschichte - immer noch nichts gelernt hat.

Krieg – also die beabsichtigte Unterdrückung oder Vernichtung einer Gegenseite – zur Durchsetzung der eigenen Interessen gehört nach wie vor zum politischen Handwerkskasten dazu. Genauso wie Abschreckung durch Rüstung oder die Verbreitung von Feindbildern. Für letzteres muss nur der Name Trump fallen und alle wissen, was gemeint ist.

Aktuell werden von der Universität Hamburg 31 Kriege weltweit gezählt. 31 Kriegen, in denen friedliche Konfliktlösungsstrategien versagten oder gar nicht erst angewendet wurden. 31 Kriegen, bei denen Menschen in Uniform sterben und viele Zivilisten. 31 Kriege, die Länder zerstören und Menschen zur Flucht zwingen.

Und es wird nicht besser!

Das NATO-Ziel, die Rüstungsausgaben auf 2% des BIP zu erhöhen, führt zu einer neuen Rüstungsspirale. Alleine Deutschland müsste knapp 30 Mrd. Euro mehr für Rüstung ausgeben.

Zum Vergleich: Der Bund gab in 2017 für Bildung und Forschung ungefähr 17 Mrd. Euro aus, für Gesundheit ca. 15 Mrd. Euro, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ca. 8,5 Mrd. Euro.

Die DGB-Gewerkschaften haben sich klar gegen das 2-Prozent-Ziel der NATO ausgesprochen, denn: Mehr Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit. Im Gegenteil: Sie tragen zu einer Verunsicherung bei und erhöhen die Gefahr, dass die Waffen auch eingesetzt werden.

Außerdem brauchen wir das Geld für die Menschen: für die Überwindung der zunehmenden sozialen Spaltung, für bezahlbaren Wohnraum, für eine bessere Bildung, für Klimaschutz und natürlich auf für die Unterstützung von Länder, in denen Hunger, Armut und unwürdige Lebensbedingungen herrschen.

Jörg Mährle

Jörg Mährle

Atomwaffen sind die Spitze des Eisbergs.

Der Rüstungswahn fängt aber schon beim Export von Kleinwaffen an. Deswegen fordern die DGB-Gewerkschaften ein grundsätzliches Waffenexportverbot in Krisen- und Konfliktgebiete und an Diktaturen. Es ist unerträglich, dass sich die Gegner in den bewaffneten Konflikten dieser Welt gegenseitig mit deutschen Waffen töten.

Und mit Blick auf den Hiroshima-Gedenktag:

Die DGB-Gewerkschaften fordert ein vertragliches Verbot von Atomwaffen und fordert die Bundesregierung auf, sich dem „Austrian Pledge“ anzuschließen, dessen Unterzeichnerstaaten es sich unter der Federführung Österreichs zur Aufgabe gemacht haben, das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen mit allen relevanten Akteuren voranzubringen. Dies setzt voraus, dass Deutschland auch der Lagerung von Atomwaffen durch NATO-Verbündete auf dem eigenen Territorium ein Ende setzt.

Hiroshima und Nagasaki sind eine Mahnung – UND EINE WARNUNG:

Ohne Abschaffung von Massenvernichtungswaffen kann sich Geschichte wiederholen.

Ohne wirksamere Rüstungskontrolle bei gleichzeitigem Ausbau von zivilen Konfliktlösungsstrategien und einem fairen Interessenausgleich wird sich Geschichte wiederholen.

Und ohne eine gerechte globale Verteilung von Ressourcen und Reichtum stehen die nächsten Konflikte und Kriege schon vor der Türe.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

und besonders an die Aktiven des Hiroshima-Nagasaki-Arbeitskreises, die diese Kundgebung organisiert haben.

Weitere Informationen zur traditionellen Gedenkveranstaltung

Arbeitskreis Hiroshima-Nagasaki: http://koelnerfriedensforum.org/hiroshima-nagasaki-arbeitskreis

Ankündigungsflyer zu den Hiroshima-Nagasaki-Tagen 2018 in Köln: http://koelnerfriedensforum.org/gedenken-an-hiroshima-und-nagasaki-atomwaffen-aechten/


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