Deutscher Gewerkschaftsbund

28.04.2017

Redebeitrag DGB Jugend Köln zum Tag der Arbeit 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Parteitag vorletzten Samstag bei uns hier in Köln - wenige hundert Meter von uns entfernt - hat es gerade wieder gezeigt: Die AfD ist arbeitnehmerfeindlich, sie ist zutiefst demokratiefeindlich und für uns als Gewerkschaftsjugend eindeutig nicht wählbar! Ich könnte euch jetzt alle einzelnen Punkte aufzählen, welche sie nicht wählbar machen aber dann würden wir noch am 1. Mai 2018 hier stehen.

Sie propagiert menschenverachtende Weltbilder und sie macht den offenen Rassismus wieder salonfähig.

Viele Menschen haben bei den letzten Landtagswahlen die AfD gewählt, ohne leider zu wissen, wofür diese Partei wirklich steht. Deswegen ist es wichtig, die wahren Vorhaben der AfD aufzudecken. Und zu verhindern, dass dies auch bei uns in NRW passiert. Wir wollen keine Populisten in unserem Landtag.

Nazis, neue Rechte und Rechtspopulisten wirken daran, das politische Klima nach rechts zu verschieben. Deshalb sind wir alle gefragt. Wir sind verantwortlich für die Gegenentwürfe zu den einfachen Antworten, zu den schlichten Ideen, zu den braunen Menschenfeindlichkeiten!

Gegen diese Diskriminierung müssen wir als Gewerkschaftsjugend ein Zeichen setzen. Es geht um nicht weniger als die Welt, in der wir leben wollen. Lasst uns gemeinsam für unsere Grundwerte einstehen, damit Fremdenhass keine Chance hat und der Weg einer guten Integration frei gemacht wird.

Solidarisch. Verantwortungsvoll. Gemeinsam.

Aber der Samstag hat auch etwas anderes gezeigt. Er hat bewiesen, wir sind mehr, wir sind lauter und wir wollen hier keine Nazis und Rechtspopulisten, nicht in Köln, nicht in unserem Landtag oder Bundestag, nirgendwo in unserer Gesellschaft.

Und wir verbreiten unsere Botschaft anders als die AfD zuvor propagierte nicht mit Angst und Gewalt, wie sie es eben tun, sondern gemeinsam, bunt und friedlich, denn so sieht die Welt aus in der wir leben möchten.

Man soll keine Versprechen geben die man nicht halten kann. Aber liebe Kolleginnen und Kollegen ich kann euch versprechen, dass wir als DGB Jugend niemals müde werden gegen menschenverachtende, rassistische und völkische Parteien und Organisationen auf die Straße zu gehen, egal ob sie offensichtlich braun oder blau getarnt sind.

Da ich aber nicht alleine die DGB Jugend bin, möchten wir Euch nachfolgend verschiedene Perspektiven auf unsere Sicht der Dinge aufzeigen:

Wir als IG Metall Jugend sehen in der Alternative für Deutschland keine Alternative, sondern einen Rückschritt auf nicht zeitgemäße Wertvorstellungen. Die AfD präsentiert sich selbst als „Stimme des kleinen Mannes“ und redet gerne von „besorgten Bürgern, deren Interessen sie vertrete. – Aber ist das so?


Tatsächlich bezeichnen 79 % der AfD Anhänger ihre persönliche wirtschaftliche Situation als sehr gut oder gut. Die Sorgen stammen also offensichtlich aus keiner Notlage, es handele sich vielmehr um die Angst in Zukunft etwas weggenommen zu bekommen. Die Lösungen die die AfD anbietet sind keine! Oder glaubt jemand ernsthaft, mit Grenzen zu und „die da oben weg“ wird alles gut? Wir als IG Metall sehen darin keine Lösung!


Wir stehen für Mitbestimmung in Betrieben, aktives Eintreten für Menschenrechte und wollen durch unseren politische Einsatz für ein besseres Leben für unsere Gesellschaft schaffen.

Wir als Verdi Jugend sehen in Aussagen führender AfD-Politiker*innen eine Gefahr! Teile der Partei fordern bspw. dass sich die Lebensarbeitszeit parallel zum Anstieg der Lebenserwartung weiterentwickelt. Aber wie erkläre ich das den Krankenpfleger*innen, den Erzieher*innen und Sekretär*innen, dass sie immer länger arbeiten müssen und am Ende immer noch nicht die Gewissheit haben von ihrer Rente leben zu können? Damit würde sich der Trend weiter fortsetzen, dass immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sind. Wir als Verdi Jugend fordern daher die Stärkung der gesetzlichen Renten, anstatt neoliberale Forderungen zu vertreten.

 

Wir als IG BCE Jugend arbeiten als Industriearbeiter jeden Tag mit verschiedenen Menschen zusammen. Sie sind nicht immer gleichem Geschlechts, Nationalität oder Glaubens und trotzdem arbeiten wir gemeinsam Hand in Hand.

Industrie steht für Vielfalt und für ein offenes Deutschland wo Herkunft und Glaube kein Maß für Unterschiede ist, sondern genau das als Mehrwert für die Unternehmen zählt.

Arbeit ist der Schlüssel für ein zufriedenes Leben und somit müssen wir den Menschen die sich Integrieren wollen die Chance geben zu Arbeiten. Wenn wir das schaffen ist das nicht nur für jede einzelne Person ein Schritt nach vorne, sondern für uns alle!

Denn jeder kann von jedem lernen! Wir als Jugend in der Industrie sind klar gegen Fremdenhass und Unterdrückung und machen uns stark für eine bunte und herzliche Gesellschaft in Deutschland.

 

Wir als junge GEW sehen in Schlagworten der AfD, wie „Leistungshomogene Lerngruppen“, „Ausbau des Mehrgliedriegen Schulsystems“ oder „Leistungsgedanken“ keinen Weg zu mehr Chancengleichheit in unserer Gesellschaft, sondern eine Bevorzugung privilegierter Personen zum Erhalt des eigenen Wohlstands.


Wir sind davon überzeugt, dass der Weg zu einer tragfähigen Gesellschaft nicht darin besteht zunehmend einzelne Gesellschaftsgruppen, nach scheinbar klaren Kriterien voneinander zu trennen, sondern das es viel wichtiger ist GEMEINSAM an unserer Gesellschaft zu arbeiten. Jede und Jeder trägt einen Teil dazu bei!

Wir müssen offenen sein für unser Gegenüber und wenn wir dann erkennen, dass unser Gegenüber vielleicht genau die Stärken hat, die unsere Schwächen ausmachen - und natürlich andersherum - brauchen wir keine Angst mehr vor dem Fremden zu haben.

Denn in der Vielfalt liegt die Kraft - die Kraft eine Welt zu erschaffen, in der sich jeder einzelne Mensch wohl - und akzeptiert fühlt. In der jeder Mensch inkludiert ist, denn Inklusion ist mehr als nur Kinder mit und ohne Behinderung in eine Schule zu stopfen. Inklusion ist, jeden Menschen als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu akzeptieren. So können wir über uns hinauswachsen, eine Gesellschaft erschaffen, in der wirklich niemand mehr zurückgelassen wird.

Wir als DGB-Jugend sind wir sehr breit aufgestellt. Wir haben vielfältige Lebensläufe bei uns und decken unterschiedliche Branchen und Berufe ab. Aber für uns alle ist klar: Keine Stimme für Rassismus, Diskriminierung und Hass!

 

Glück auf!


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