Deutscher Gewerkschaftsbund

25.01.2019

Grußwort von Nicole Witek auf der Kreisdelegiertenkonferenz der Kölner Falken am 26.01.19

- Es gilt das gesprochene Wort -


Liebe Kolleg_innen,

ich freue mich sehr über eure Einladung und darüber, heute hier das Grußwort halten zu können. Als Jugendorganisationen gestalten wir die politische Landschaft wesentlich mit. Unseren Einfluss, den wir mit unserem Engagement in diversen Bereichen haben, sollten wir nicht unterschätzen. Gemeinsam nehmen wir unsere Möglichkeiten wahr für unsere Werte einzustehen.

Als aktive Gewerkschafterin stehe ich hier und bin glücklich darüber, dass ich so viele junge Menschen auch außerhalb des DGB sehe, die entschlossen für Prinzipen einstehen. Viele Themen verbinden unsere Organisationen. Zum einen sind es die Rechte der Auszubildenden und Schüler_innen, die Integration und Gleichheit. Gleichheit, gemäß des Satzes aus eurem Selbstverständnis „Anerkennung der Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit”.
Rassismus ist ein Thema, in das wir einen großen Teil unserer Zeit investieren, um diesem entgegenzuwirken. Durch unsere Präsenz auf Veranstaltungen, wie neulich dem Bürgerdialog der AFD hier in Köln und anderen Städten, zeigen wir eindrucksvoll unsere Stärke und unseren Willen gegen Rassismus vorzugehen.

Jedes einzelne Teilchen macht die Masse. Wir machen von Mal zu Mal und kontinuierlich auf die Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam, die sich in Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Vorlieben, ihrem Vermögen und vielem mehr sehr deutlich zeigen. Gerade die rechtspopulistischen und offensichtlich fremdenfeindlichen Parteien versuchen seit einigen Jahren zunehmend über verschiedene Wege ihr menschenverachtendes Gedankengut zu verbreiten. Angst, Verunsicherung und Hass werden zu Ursachen für Diskriminierung und Gewalt. Gemeinsam solidarisieren wir uns mit denen, die hier bei uns Schutz suchen und gleich sowie fair behandelt werden möchten und müssen. Wir lassen nicht zu, dass Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Verrohung des zwischenmenschlichen Umgangs unser Miteinander gefährden.

Wieviel ist ein Mensch wert? In dem kapitalistischen System, in dem wir leben, wird der Mensch nur noch nach der positiven Leistung, die er für die Wirtschaft erbringt, bewertet. Die Menschlichkeit bleibt dabei außen vor. Zahlen und Statistiken bestimmen die Entscheidungen der Entscheidungsträger. Menschliche Werte und unsere für uns lebenswichtige Umwelt, werden nur sekundär (wenn überhaupt) beachtet. Beispiele dafür gibt es genug.

Ich komme zurück zu denen, die in der Arbeitswelt mit am geringsten Einfluss haben: Die Auszubildenden. Für ihre Rechte einzustehen ist (wie vieles andere auch) ebenso sehr wichtig. Uns ist allen bekannt, dass man in der Ausbildung gerne mal ausgenutzt wird. Inwieweit da einfach Unwissenheit oder Absicht hinter steckt, sei dahingestellt. Wir sind aber auf einen guten Weg die Ausbildungsverhältnisse und damit auch die sozialen Aspekte von uns jungen Menschen zu verbessern und zu optimieren. Dazu gehört nicht nur die Vergütung sondern auch Rahmenbedingungen in denen eine gute Ausbildung stattfinden soll. Die Veränderungen kann man dem Ausbildungsreport entnehmen, der von der DGB-Jugend einmal jährlich veröffentlicht wird. Die gute Nachricht: 68,7  Prozent der befragten Auszubildenden sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Gut ein Drittel der Befragten bescheinigt ihrer Ausbildung eine unzureichende Qualität. Und die Tendenz zeigt nach unten. Hier müssend dringend Verbesserungen von Seiten der Unternehmen und der Politik her.

Ein erster Schritt dazu ist, dass es zum Start des Ausbildungsjahres ein NRW-weites Azubi-Ticket geben wird. Wir haben uns als DGB-Jugend gemeinsam mit euch Falken und anderen Jugendverbänden für ein solches Ticket stark gemacht. Ein Wehmutstropfen des neuen landesweiten Tickets ist allerdings der Preis:  80 € pro Monat sind für Auszubildende sehr viel Geld. Ein Semesterticket ist da deutlich günstiger. Azubis bleiben hier gegenüber Studierenden benachteiligt, das finden wir nicht fair.

Weiterhin machen wir uns seit langem für eine Mindestausbildungsvergütung stark, die den Azubis ein eigenständiges Leben ermöglicht. Wir freuen uns, dass die Große Koalition diese Forderung aufgenommen hat. Nun gilt es, sie so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen. Um Hungerlöhne und Ausbeutung zu verhindern, muss aus unserer Sicht eine solche Mindestausbildungsvergütung 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung betragen.

Liebe Kolleg_innen,

lasst uns in unseren Organisationen weiterhin Hand in Hand für unsere vielen gemeinsamen Werte kämpfen und somit für eine solidarische, respektvolle und faire Gesellschaft in der auch wir unseren Platz haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine erfolgreiche Kreisdelegiertenkonferenz.

Freundschaft und Glückauf! 


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