Deutscher Gewerkschaftsbund

17.09.2008
Köln stellt sich quer

Statement von Dr. Witich Roßmann, IG Metall Köln, zur Kundgebung von "Köln stellt sich quer"

Auf der heutigen Pressekonferenz des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ bat Dr. Witich Rossmann, Bevollmächtigter der IG Metall in Köln und verantwortlicher Leiter der Großdemonstration am Samstag die Gewerbetreibenden in der Innenstadt und in der Altstadt darum, die Demonstrierenden ganz praktisch zu unterstützen.

Der gesamte Wortlaut der Erklärung von Dr. Witich Rossmann:

„Köln stellt sich quer“: Dieses Motto hat sich in einem unerwartet großen Ausmaß realisiert: Das breite Bündnis wird durch ein großes Spektrum eigenständiger Initiativen unterstützt und erweitert. Wir begrüßen die große Unterstützung Kölner Künstler insbesondere der Arsch Huh e.V.

Wir begrüßen die große Unterstützung, die unsere Initiative durch die Kölner Print- und elektronischen Medien erfahren hat, die sich gleichermaßen

  • durch kritische Aufklärung der Aktionen und Intentionen der rechtsextremistischen Allianz und
  • eine nicht nur faire, sondern auch breite Berichterstattung über das Bündnis „Köln stellt sich quer“ und die zahlreichen Gegeninitiativen profiliert haben.

Und wir begrüßen, das sich auch die Geschäftsführungen und Be-triebsräte zahlreicher prominenter Kölner Unternehmen, die weltweit arbeiten und in deren Belegschaften zahlreiche Nationalitäten gut zusammenarbeiten, sich unserem Protest angeschlossen haben, ebenso wie z.B. die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer zu Köln.

„Pro Köln“ hat sich als „Anti Köln“ profiliert, als Organisation, die in Zusammenarbeit mit profiliert nationalistischen, rassistischen, separatistischen europäischen Parteien eine Programmatik vertritt, die in letzter Konsequenz gegen zentrale Werte des Grundgesetzes richtet. „Anti-Köln“ hat sich aber in der vergangenen Woche zugleich als eine Hochstapler-Organisation erwiesen, als eine Verein, der mit Wahrheit und Wahrhaftigkeit nichts gemein hat. Wir begrüßen, dass sich inzwischen einige der angeblich eingeladenen „Gäste“ von dem Vorhaben „Anti-KölnS“ vorsichtig distanzieren.

Wir sehen dies indes einzig als Erfolg der großen Gegenmobilisierung unseres Bündnisses. Auf die breite Information in zahlreichen überregionalen Zeitungen wie dem Spiegel, der Zeit, vor zwei bis drei Wochen hatte es noch keine Absagen gegeben. Und offensichtlich wird weiterhin im Hintergrund an einer großen rechtsextremistischen Allianz in Europa gebastelt. Insofern besteht kein Grund für uns, in unserem Protest nachzulassen.

Die Initiatoren des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ verteidigen mit Leidenschaft und Engagement die Werte des Grundgesetzes: Die unantastbare Würde des Menschen. Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz. Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Die strikte Untersagung jeglicher Benachteiligung wegen Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, des Glaubens, der religiösen und politischen Anschauung. Und die Freiheit des Glaubens sowie der ungestörten Religionsausübung.

Auf dieser Grundlage, die die Lehren der Väter und Mütter des Grundgesetzes aus der fatalen deutschen Geschichte, aus Faschismus und Rassismus beinhaltet, stellt Köln sich quer gegen jeden Ansatz der Reaktivierung von Nationalismus, Rassismus und Intoleranz.

Wir setzen diese Werte gegen die Programmatik und Aktionen der rechtsextremen Organisation „Anti-Köln“. Wir verstehen sie aber auch gleichermaßen als Grundlage unseres eigenen Handelns und fordern sie dementsprechend  von allen ein, die sich mit uns gegen die „Anti-Köln“ und deren europäisches Nationalisten- und Rassistentreffen quer stellen.

Wir rufen alle Bürger Kölns zu einer eindrucksvollen Kundgebung und auf dem Roncalliplatz sowie dem Platz am Gürzenich auf und zu einer friedlichen Demonstration und der Bildung einer Menschenkette für Toleranz und friedliches Miteinander um den Heumarkt.

Wir fordern alle Einzelhändler, Geschäfte, Hotels und Restaurants in der Umgebung des Gürzenich, des Heumarkt, der Schildergasse und Hohe Straße auf, die Demonstranten und Kundgebungsteilnehmer praktisch in ihrem Protest zu unterstützen.


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Köln stellt sich quer 2008

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