Deutscher Gewerkschaftsbund

17.05.2019

Resolution der Gewerkschaftsfrauen aus Köln/ Leverkusen zur Europawahl 2019

Im Rahmen der Veranstaltung zum Thema „Rechtspopulismus und Geschlechterfragen in Europa“ organsiert vom Stadtfrauenausschuss des DGB am 14.05.2019, haben die IG Metall Frauen einen Wahlaufruf zur Wahl des Europaparlamentes eingebracht und als gemeinsame Resolution der Veranstaltung verabschiedet.

Die gemeinsame Debatte hat deutlich gemacht, dass es in Sachen Frauen- und Gleichstellungsfragen noch einiges zu tun gibt. Umso bedenklicher sind die Positionen der Rechten und Rechtspopulistischen Parteien, die sich als vermeintliche „Beschützer“ der Frauenrechte darstellen, aber in ihren Wahlprogrammen antiemanzipatorische Positionen vertreten und erkämpfte Errungenschaften zur Gleichstellung der Geschlechter offen in Frage stellen.

Das lassen wir nicht zu. Wir stehen für „Gleiche Chancen für Frauen, für Respekt und Vielfalt“. Jede Stimme ist am 26.05.2019 eine wichtige Stimme für ein gerechtes und soziales Europa.

 

DGB Köln-Bonn

DGB Köln-Bonn

Resolution der Gewerkschaftsfrauen aus Köln/ Leverkusen zur Europawahl 2019

Wir rufen alle Frauen und Männer auf, mit ihrer Stimme zur Wahl des Europaparlaments für ein soziales und solidarisches Europa einzutreten.

Das Wahlrecht für Frauen in Deutschland ist vor über 100 Jahren erkämpft worden, jetzt müssen wir dieses Wahlrecht auch zur Durchsetzung der Gleichberechtigung und verbindlichen Ausgestaltung von Gleichstellungsstrategien nutzen.

Die Europäische Union hat einiges beigetragen, dass gleiche Rechte für Männer und Frauen eine Selbstverständlichkeit in Europa sind. Die Gleichheit und Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sind in der Charta der Grundrechte verankert. Themen wie gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit, Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, Maßnahmen gegen Diskriminierung und sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt, Förderung der Chancengleichheit u.a. sind auf der Tagesordnung der europäischen Institutionen – und müssen es bleiben, um die Gleichstellung endlich auch praktisch in der gesamten EU und auch bei uns in Deutschland vollständig durchzusetzen.

Im Ringen um Gleichberechtigung, Gleichstellung und Chancengleichheit in der Arbeitswelt haben wir in letzter Zeit einiges erreicht: Das Rückkehrrecht von Teilzeit zu Vollzeit/ Brückenteilzeit gehört dazu, auch die Quotenregelung als erster Türöffner für Frauen in Führungsposition, tarifliche Freistellungsmöglichkeiten bei Kindererziehung oder Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen, der Ausbau der Elternzeit und des Elterngeldes sind zu nennen.  

Es bleiben immer noch viele Aufgaben auf diesem Gebiet. Auch gilt es, die bestehenden Unterschiede bei der Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der europäischen Union zu überwinden.

In unserer Zeit erscheinen einfache Antworten verlockend, wie sie uns zunehmend rechtspopulistische Parten vorlegen. Statt Europa eine Perspektive zu geben, wollen sie sich Europa zu Eigen machen, um rückwärtsgewandte nationalistische Tendenzen durchzusetzen, einhergehend mit der schleichenden Einschränkung von Frauen- und Arbeitnehmerrechten. Das ist keine bloße Gefahr mehr, sondern bereits Realität z.B. in Ungarn mit einer rechten Regierung, die Arbeitszeitstandards herabsetzt oder staatliche Gebärprämien ausschließlich für „ungarische Babys“ ankündigt oder einer polnischen Regierungspartei, die ein tradiertes Familienmodell als alleinig akzeptables durchsetzen will.

Das lassen wir nicht zu!

Es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zu einem sozialen und solidarischen Europa.

Dafür machen wir uns stark: Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Vielfalt als Grundwerte der europäischen Union muss in allen europäischen Ländern gelebt werden.

Wir brauchen starke Gewerkschaften in Europa. Nur mit fairen Entgelten und gleichen Verdienstchancen unabhängig vom Geschlecht, können wir der sozialen Spaltung entgegenwirken. Wir als aktive Gewerkschafterinnen unterstützen europäische Politik, die echte Gleichstellung zum Ziel hat, gerechte Bezahlung, gleiche berufliche Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten und keine gläserne Decke, bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Leben, finanzielle Absicherung im Alter und faire Chancen, die eigene Existenz zu sichern und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.   

Initiiert vom Ortsfrauenausschuss der IG Metall Köln-Leverkusen 


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